Erste Gegenreaktionen auf Zensur von wikileaks.de (Update#4)
Meldung vom 11. Apr 2009 um 20:04 Uhr | Keine Kommentare

Wikileaks (www.wikileaks.org)Wie bereits in aller Munde wurde gestern die deutsche Domain von Wikileaks gesperrt, das heißt momentan weist sie auf eine Seite der DENIC, der zentralen Registrierungsstelle für .de Domains. Die Gründe dieser Übernahme sind unklar, weder der eigentliche Besitzer der Domain noch Wikileaks selbst wurden vorab über diese Massnahme informiert. Brisant an der Geschichte ist, dass es bereits am 24. März beim Domaininhaber eine Hausdurchsuchung gab, aufgrund der Verlinkung von Wikileas auf diverse dort veröffentlichter Zensurlisten.

Diese Umleitung der deutschen Domain zeigt, was in Zukunft zu erwarten ist. Unliebsame Inhalte werden kurzerhand komplett übernommen und effektiv gesperrt. Wikileaks selbst sagte in einer Pressemitteilung das Deutschland nach China nun das zweite Land sei, welches eine Domain von Wikileaks sperrt. Allein das zeigt schon wohin die Reise zu gehen scheint.

Doch nach dem ersten Schock und den darauf folgenden empörten Reaktionen, kommt es nun zu aktiven Widerstandsaktionen. Wikileaks hatte kurzerhand aufgerufen deutsche Domains zu spenden und diese auf Wikileaks zu verweisen. Dieser Aufruf scheint inzwischen gehört zu werden und erste Früchte zu tragen. Folgende neue Domains verweisen inzwischen auf das Angebot von Wikileaks:

  • http://unzensiert.cgisecurity.de
  • http://wikileaks.globalnode.eu
  • http://repressionsstaat.de
  • http://zensur-stop.de

Update 1:
Weitere Domains werden ab sofort hier auf Wikileaks gelistet.

Gespannt darf man also auf die Reaktion der Behörden beziehungsweise der Denic sein. Vor allem die Begründung der Umleitung von wikileaks.de wird mit Spannung erwartet.

Update 2:
Eine sogenannte TRANSIT-Info Seite, auf die wikileaks.de momentan zeigt, wird unter anderem auch angezeigt, falls der Provider den Vertrag kündigt. Womöglich hat in diesem Fall der Provider die Sache ins Rollen gebracht. Weiteres läßt sich aber wohl erst nach einer Stellungnahme der DENIC, des Providers oder der Behörde sagen, die dafür schlußendlich verantwortlich ist.

Update 3:
Laut netzpolitik.org wird der Provider der Domain am Dienstag eine Stellungnahme abgeben. Laut seiner Aussage hatte er nichts mit der Hausdurchsuchung neulich und auch nichts mit der aktuellen Umleitung zu tun.

Update 4:
Laut Wikileaks wurde die Domain nach Angabe der DENIC vom Domain Registrar gelöscht.



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