Die neue Webseite HerdictWeb ermöglicht Internetnutzern ein globales Bild zu erstellen, welche Webseiten von wo erreicht bzw. nicht erreicht werden können. Die Idee hinter diesem Projekt kommt von Jonathan Zittrain, einem Professor in Harvard, der bereits 2002 darüber nachdachte, als er Recherchen über Internetzensur in China und Saudi-Arabien anstellte.
Weil das Internet so dezentralisiert ist, hat noch nie ein guter Weg existiert um zu verfolgen welche Webseiten für welche Internetnutzer erreichbar sind. Webseiten können aus verschiedensten Gründen offline sein: es kann durch ein temporäres Problem beim ISP sein, die Webseite selbst könnte offline sein oder es kann sich um Zensur durch eine Regierung handeln.
Als Zittrain im letzten Jahr das Buch “Access Denied” (Zugang verweigert) veröffentlichte, in dem er über Internetzensur schrieb, war bei Erscheinen die Daten im Buch schon wieder längst veraltet. Dieses Problem soll HerdictWeb nun vermeiden. Websurfer können die die Projektseite besuchen und bekommen Informationen darüber ob bestimmte Webseiten in den verschiedensten Regionen nicht erreichtbar sind. Gleichzeitig können sie selbst Daten über Webseiten an das Projekt übermitteln und somit zur Datenbank beitragen oder aber bereits exisitierende Einträge kommentieren oder testen ob die betreffende Webseite für einen selbst online ist. Somit entsteht ein Raster von Webseiten, Regionen und ISPs die zusammen einen Aufschluß darüber geben ob und wo Webseiten zensiert sind.
Es gibt bereits Plugins für die Browser Firefox und den Internet Explorer, die es Benutzern anonym ermöglicht den Status von Webseiten an den zentrale Datenbank von Herdict zu übermitteln. Die Daten werden dann zusammen mit Google Maps in einem Mashup dargestellt und geben einen schnellen Überblick über zensierte oder anderweitig gestörte Webseiten.
Erst vor knapp einer Woche gestartet, hat Herdict noch nicht viele Benutzer die Daten zum Projekt beitragen, aber Zittrain sagt dazu das bereits eine kritische Masse von nur wenigen tausend Nutzern eine gute Datengrundlage darstellen werden.




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