In diesem Jahr gab es wieder viele große und kleine Vorfälle im Internet, von Webseitenausfällen bis hin zu Netzwerkstörungen. royal.pingdom.com hat die 10 nennenswerte Vorfälle des Jahres dokumentiert, die ich hier mal lose übersetzt (und ein Punkt ausgetauscht) habe:
Kaputte Seekabel im Mittelmeer
Im Januar haben 2 gerissenen Unterseekabel für den elektronischen Datenverkehr nördlich von Ägypten für schwere Internetstörungen im Nahen Osten, Pakistan und Indien geführt. Dieser Vorfall zeigt wie abhängig wir von der Verkabelung der diversen Netzwerke innerhalb des globalen Internets sind. Weitere Kabeldefekte in der gleichen Region sorgten für vielfältige Verschwörungstheorien.
Das Youtube “IP Entführung”
Dies könnte der bizarrste Vorfall des Jahres gewesen sein. Youtube war komplett für ca. 2 Stunden nicht verfügbar, weil ein ISP in Pakistan, Pakistan Telecom, versehentlich den kompletten IP Bereich inklusive der DNS-Server von Youtube für sich beansprucht hat. Dies hat Youtube innerhalb von Minuten buchstäblich offline gebracht und gezeigt das ein einzelner ISP unter gewissen Umständen versehentlich komplette Teile des Internets sabotieren kann.
Explosion und Feuer im The Planet Rechenzentrum
Möglicherweise der massivsten Ausfall eines Rechenzentrums 2008 geschah im Juni, als eine Explosion und ein anschließendes elektrisches Feuer im The Planet’s Datenzentrum in Houston Tausende von Seiten (ca. 9.000 Server) in Mitleidenschaft zog, zum Teil für mehere Tage. Die Weigerung der Feuerwehr zur Inbetriebnahme der Backup Stromgeneratoren trug nicht wirklich zu einer schnellen Besserung bei. Zusätzlich waren auch alle Dienste betroffen, die von DNS-Servern im Rechenzentrum abhängig waren.
Google Anwendungen und Gmail Probleme
Google hatte in diesem Jahr verschiedene Probleme mit Gmail und den Anwendungsdiensten, die Medien und Blogosphäre gleichermaßen zu Spekulationen über deren Verläßlichkeit anregte. Wie auch bei den Problemen von Amazon (siehe weiter unten), kam eine Debatte über die Brauchbarkeit von sogenannten Cloud-Diensten.
Amazon S3 Ausfall
AWS (Amazon Web Services) sind so etwas wie die Paradebeispiele für Cloud-Computing geworden und jedes Mal wenn S3 (oder EC2) Probleme hat, wird “The Cloud” in Frage gestellt. Ein weiterer Grund warum diese Probleme soviel Beachtung geschenkt bekamen, ist, weil so viele Dienste Amazon’s S3 in Anspruch nehmen und bei einem Ausfall gleich eine Vielzahl von Seiten betroffen sind. Einige dieser Ausfälle dauerten relative lange, so war S3 zum Beispiel im Juli für 8 Stunden nicht verfügbar.
Politische DDoS Attacke auf Georgien
Die wachsenden Spannungen zwischen Russland und Georgien über deren Mitgliedschaft in der NATO griff auch auf die offiziellen Webseiten von Georgien über, inklusiven der des georgischen Präsidenten. DDoS-Attacken führten zu einem Ausfall über ein gesamtes Wochenende. Die Angreifer waren unbekannt, aber ihr Motiv war höchstwahrscheinlich politisch motiviert: unter den Nachrichten auf den “gefluteten” Seiten war “win+love+in+Russia”.
SiteMeter Script läßt populäre Blogs abstürzen
Im August führte ein Update des SiteMeter Scriptes (Webseiten können es bei sich einbinden um Besucherstatistiken zu erhalten) zum Zusammenbruch populärer Blogs wie Gawker, Lifehacker, Gizmodo, Valleywag und Problogger für Besucher mit dem Internet Explorer. Dieser Vorfall zeigt wie ein dritter Spieler im Bunde eine Webseite komplett lahmlegen kann.
Cogent gegen Telia und Sprint
Der ISP Cogent ist ein Veteran von Netzwerk-Peering-Disputen und in diesem Jahr war er im Streit mit den ISPs Telia und Sprint. Im März diesen Jahres mit Telia und im Oktober mit Sprint. Diese Peering-Dispute machen es für Kunden problematisch und zeitweilig unmöglich Seiten der anderen Netze aufzurufen. Die “Trennung” mit Sprint dauerte nur einige Tage, wogegen es bei Telia 2 Wochen andauerte.
Friendster durch Probleme im Rechenzentrum ausgeknockt
Friednster war einst das größte soziale Netzwerk der Welt und auch wenn es diesen Platz an Myspace und Facebook verloren hat, ist es noch immer eines der größten der Welt. Im November verursachte eine technische Störung im Rechenzentrum wo Friendster seine Server hat, einen Ausfall der Seite von 23 Stunden in einen Zeitraum von 3 Tagen. Damit war dieser Vorfall die größte Störung für ein soziales Netzwerk in Jahr 2008.
Wieder Unterseekabel im Mittelmeer defekt
Und schlußendlich kam es im Dezember wieder zu einer Störung im Datenverkehr zwischen Nahost, Asien und Europa und führte zu massiven Ausfällen im Mittelmeerraum, vor allem in Nahost. Betroffen waren die gleichen Kabel wie schon im Januar.


Dezember 20th, 2008 um 16:06 Uhr
eine schöne Übersicht! vielen Dank. Wir sind also verletztlicher als wir alle oftmals denken…