Big Brother in Krefeld
Meldung vom 28. Nov 2008 um 18:11 Uhr | Keine Kommentare

Bildquelle: aboutpixel.de / überwacher © Norbert AnspachNeulich im Krefelder Amtsgericht, Kameramann des WDR zu einem Richter:

Kann es sein, dass Sie von oben bis unten verwanzt sind?

Wenn man nun denkt das die Antwort “NEIN” hieß, sah man sich getäuscht. Bei einem Interview des WDR mit einem Richter am Amtsgericht Krefeld, waren zuviele Störgeräusche, das die TV-Techniker stutzig wurden und mal nachfragten. Und siehe da, 2 Wochen zuvor wurden von einer externen Firma neue Kameras im Gebäude angebracht, die – oh wundersamer Zufall – gleich auch noch Mikrofone enthielten, so das Gespräche zwischen Angeklagten und Anwälten mitgehört werden konnten. Alles keine Absicht, denn mit diesem Übereifer der installationsfirma hatte wohl niemand gerechnet. Der Witz an der Sache ist, das man durch die Kameras eigentlich seine Einrichtungen  “vor Angriffen von außen” schützen wollte.

Wahrscheinlich wollte man mit guten Beispiel voran in die Vorratsdatenspeicherung und generelle Überwachung gehen, um all den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Na jedenfalls wurden nun die Mikofone deaktiviert, wo man sich allerdings fragt warum eigentlich überhaupt Kameras mit Mikrofone in Gerichten installiert werden dürfen (völlig egal ob die Firma sie bei der Installation hätte deaktivieren müssen).

Inzwischen hat das nordrhein-westfälische Justizministerium nun eine Überprüfung sämtlicher Gerichte im Bundesland veranlaßt, da es nicht ausgeschlossen sei, das auch andere Gebäude mit dem gleichen Kameratyp versehen wurden.

Siehe u.a. auch:
Frankfurter Rundschau, fefe, gulli



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