Millionen für Deutschtümmelei
Meldung vom 27. Nov 2008 um 15:11 Uhr | 1 Kommentar

Auf der interessanten Seite german-foreign-policy (kurz: gfp) findet sich aktuell ein Artikel über Fördergelder die diverse Kulturstiftungen und andere Maßnahmen im osteuropäischen Raum vom Bund erhalten. Dabei fallen deutsche Aktivitäten in Polen als Schwerpunkt, aber auch Tschechien und Slowenien. Der Haushaltsausschuß ist in dieser Sache auch überhaupt nicht geizig und stellt erst diese Woche Millionensummen bereit:

Allein für den Erhalt und die “Auswertung deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa” stehen über elf Millionen Euro bereit. Für die “Pflege des Geschichtsbewusstseins” werden 2009 über 57 Millionen Euro eingesetzt, darunter mehrere Millionen für die Erinnerung an das Preußentum (unter anderem “Otto-von-Bismarck-Stiftung“).

Aber auch im Inland will man nicht knausern und plündert das Sparschwein, das sonst immer so gerne unter Verschluß gehalten wird:

Die Ausgaben für ein “Einheits- und Freiheitsdenkmal”, das auf dem Berliner Schlossplatz an die Feudalzeiten des Deutschen Reiches anknüpfen soll, werden von fünf Millionen auf 15 Millionen Euro verdreifacht. Damit erhält das Denkmal auf dem Sockel einer früheren Kaiser-Statue mehr staatliche Zuwendungen als sämtliche Gedenkstätten, die heute in Deutschland an den NS-Terror erinnern.

Interessant wird es nun, schaut man sich die Empfänger einmal genauer an. Dabei kommen zum teil sehr fragwürdige Organisationen und Personen ans Licht.

So erhält das “Westpreußische Landesmuseum” 525.000 Euro, das Pommersche Landesmuseum” 610.000 Euro und das “Institut für deutsche Kultur und Geschichte in Nordosteuropa” 1,209 Millionen. Das Institut empfiehlt unter anderem Arbeiten des bekannten Revisionisten Dieter Blumenwitz, der auch als “Rechtsextremist” bezeichnet worden ist (siehe gfp Artikel). Die Finanzierung des in Lüneburg beheimateten Instituts erfolgt zu 100 Prozent aus Steuermitteln.

Der Artikel auf gfp beleuchtet weiterhin die Ausgaben des Bundes für die Kriegsgräberfürsorge in Osteuropa, wo mit Steuergeldern auch Gräber von bekannten Nazis gepflegt werden, darunter an der Aktion Reinhardt beteiligte Faschisten. Für die Opfer ist man sich aber zu schade:

Während Beteiligte an der “Aktion Reinhardt” mit den bewilligten Steuermitteln beim “Volksbund” zur letzten Ruhe gefunden haben, sind die von ihnen ermordeten Menschen dem Bundeshaushalt keine neuen Zuwendungen wert: Ein Antrag auf Förderung des Gedenkens an die in der NS-Zeit deportierten Kinder und Jugendlichen wurde von der Ausschussmehrheit (CDU/CSU und SPD) am vergangenen Donnerstag abgelehnt.

Dies alles ist ein schönes Beispiel wie (ultra)konversative Kräfte Gelder an idiologisch rechts angehauchte Organisationen verteilen, ohne auch nur ein bisschen Geschichtsbewußtsein zu zeigen.

Fazit: Erschreckend



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1 Reaktion zu “Millionen für Deutschtümmelei”
1 Kommentar
  • Die Aufstellung über den Geldsegen für Organisationen zur politischen Arbeit in Osteuropa ist wirklich interessant!

    Leider wir sehr viel Geld dafür verwendet, gezielte “Fehlinformationen” in Deutschland über Tschechien zu verbreiten!

    Wir leben seit 2 Jahren hier undich kann nur sagen, das das Zusammenleben mit Tschechen, besonders der jüngeren Generation, erheblich fortschrittlicher ist, wie alle Gespräche von Politiker und Verbände zusammen!
    Die jüngere Generation ist schon lange in Europa “angekommen” – einige Politiker und Verbandsvertreter leider nicht!

    Gruß aus Süd-Böhmen JK

    mehr Infos: http://www.benzinpreis-in-tschechien.info